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Bhutaner mögen’s heiß

Sie kennen alle Chili als Gewürz! Aber kennen Sie es auch als Gemüse?

Nein? Dann sollten Sie einmal das bhutanische Nationalgericht „Ema Datshi“ probieren, das aus Chiligemüse (Ema) und einer Käsesoße (Datshi) besteht. Als Beilage gibt es dazu natürlich Reis, denn jeder Bhutaner isst durchschnittlich fast 300 kg Reis pro Jahr. Das ist nicht gerade wenig.

Doch zurück zum Chili

Ema Datshi gibt es in drei Ausführungen, mit grünem, weißem oder rotem Chile. Die drei Chilivariationen sehen nicht nur verschieden aus, nein, sie schmecken auch unterschiedlich. Dabei handelt es sich nicht um verschiedene Chilisorten. Der grüne Chili wird grün gepflückt. Lässt man die grünen Schoten in kochendem Wasser einweichen, werden sie weiß bzw. cremefarben. Anschließend werden sie getrocknet. Wenn man die Schoten etwas länger am Strauch reifen lässt, erhalten sie ihre typisch rote Farbe. Auch diese Chilischoten werden überwiegend in der Sonne getrocknet. Wenn man durch die Straßen Bhutans schlendert, sind die feurigen Schoten allgegenwärtig. Sie hängen an Fenstern, liegen auf Dächern oder auf Matten auf dem Boden. Das Bild ist typisch für Bhutan.

Wer nun denkt, Bhutan wäre kulinarisch nichts für ihn bzw. sie, den darf ich beruhigen. Neben Ema Datshi gibt es noch andere schmackhafte und weniger scharfe Gerichte, wie Kewa Datshi (Kartoffel Curry), Schamu Datshi (Pilzcurry), oder Samchum Datshi (Bohnencurry). Selbst so ausgefallene Gemüse wie Flechten oder Farne, die zumeist gebraten werden, finden Einzug in die bhutanische Küche und erweitern die Speisekarte. Man muss auch nicht immer Reis essen. So gibt es zum Beispiel Momos, eine Art bhutanischer „Maultaschen“, in die man verschiedenes verstecken kann. Vegetarischen Momos werden mit einer eine Mischung aus Weißkohl und Zwiebeln gefüllt. Es gibt aber auch nicht-vegetarische Momos, die Rindfleisch oder Schweinefleisch zusammen mit anderen Zutaten beinhalten. Dazu kommen noch regionale Unterschiede bei der Zubereitung. Da die Momos wirklich kein bisschen Chili enthalten, essen Bhutaner dieses Gericht nicht allein. Sie servieren dazu „Ezay“, eine Paste, in der – sie erahnen es vielleicht schon – zerstoßene Chilischoten zum Einsatz kommen. Auch bei dieser Soße ist die Variation groß. Es gibt sie mit oder ohne Koriander, mit oder ohne Tomaten (in der Saison sogar mit „Baumtomaten“) und mit verschiedenen Gewürzen. Der Vorteil bei Momos mit Ezay ist, sie können die Schärfe selber bestimmen.

Die Liste an leckeren und für den westlichen Gaumen exotischen Gerichten ist noch lang. Doch auch die Bhutaner lieben es exotisch. Seit einiger Zeit gibt es gerade in Thimphu, der Hauptstadt Bhutans, immer mehr Restaurants mit italienischer, koreanischer oder auch thailändischer Küche. Das wäre noch eine Alternative für Touristen, die die schärfere Küche Bhutans nicht so sehr lieben.

Eines ist noch erwähnenswert. Bhutan ist sehr gesundheits- und umweltbewusst. Es strebt an, bis 2020, eine hundertprozentige ökologische Landwirtschaft aufzubauen. Doch schon heute ist die Qualität der allermeisten im Land hergestellten Lebensmittel hervorragend und das schmeckt man.