Warenkorb 0
head_art_2000x350

Kunst zwischen Tradition und Moderne

Wenn Sie in Bhutan durch die Straßen der Städte und Dörfer schlendern oder eines der zahlreichen Klöster besuchen, begegnet Ihnen Kunst in vielfältiger Form. Viele der Häuser sind mit Drachen, Schneelöwen und anderen Fabeltieren bemalt.

Selbst riesige Penisse, die kein Fruchtbarkeitssymbol darstellen, sondern die Bewohner vor Dämonen schützen sollen, zieren die Hauswände. Auf dem Kunsthandwerksmarkt der Hauptstadt Thimphu, auf dem ausschließlich einheimische Produkte angeboten werden, können Sie kunstvoll geschnitzte Masken, wundervolle Thangkas, handgewobene Seidenstoffe oder auch gedrechselte Holzschalen bestaunen.

Wenn Bhutaner über Kunst reden, denken sie zuerst an ihre Kunsthandwerke, denn diese haben eine lange Tradition im Land des Donnerdrachens. Der Ursprung der Kunst im buddhistischen Bhutan liegt im Religiösen und Mystischen. Die Bilder und Skulpturen zeigen häufig Szenen mit Fabelwesen, im Kampf „Gut“ gegen „Böse“. Diese Art der Kunst, die traditionelle Kunst, wird in staatlichen Schulen gefördert. Hier lernen junge Menschen jahrelang ihr Handwerk, um anschließend meisterlich gearbeitete Stücke für Klöster, Mitbürger und auch Touristen anfertigen zu können. In Bhutan werden 13 Kunsthandwerke (Zorig chusum) unterschieden:

  1. Holzarbeit (Shingzo)
  2. Steinarbeit (Dhozo)
  3. Schnitzerei (Parzo)
  4. Malerei (Lhazo)
  5. Tonarbeiten/Bildhauerei (Jimzo)
  6. Gießerei (Lugzo)
  7. Drechslerei (Shagzo)
  8. Schmiedearbeit (Garzo)
  9. Gold- und Silberarbeit/Ornamentarbeit (Troezo)
  10. Bambusarbeit (Tshazo)
  11. Papierherstellung (Dezo)
  12. Stickerei (Tshemzo)
  13. Weberei (Thagzo)

Fertige Kunstwerke benötigen oftmals die Zusammenarbeit verschiedener Handwerke. So wird eine Maske zuerst geschnitzt und anschließend bemalt. Oder für einen Thangka – ein Rollbild im tantrischen Buddhismus – wird zum Teil auf bestickten Stoffen, ein gemaltes Bild aufgebracht.

Neben den 13 Kunsthandwerken gibt es aber auch noch andere traditionelle Künste. Bhutaner lieben z.B. Musik und Tänze. Deshalb sind Gesangs- und Tanzaufführungen fester Bestandteil der meisten Veranstaltungen. Die Musik ist für westliche Ohren sehr fremd und die Tänze folgen einer strikten Choreographie. Meist wird in Gruppen getanzt, wobei Männer und Frauen getrennt sind.

Seit kurzem öffnet sich Bhutan aber und die Moderne nimmt Einzug. Das sieht man besonders deutlich in der Kunst. Die jungen Menschen hören immer lieber Pop und Rock und es gibt mittlerweile eine wachsende Anzahl einheimischer Rockgruppen. Auch die Malerei entwickelt sich weiter. In den Galerien Thimphus oder auch bei VAST, einem Verein zur Förderung moderner Kunst, kann man Gemälde zeitgenössischer Künstler bewundern. Anders als bei der traditionellen Malerei, die strenge Vorgaben an Form und Farbe hat, können sich die Künstler hier frei verwirklichen. Trotzdem stellen die meisten zeitgenössischen Werke religiöse und mystische Themen dar.