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Im Land des Donnerdrachens

Von seinen Bewohnern wird Bhutan in der Landessprache Dzongkha liebevoll Druk Yul genannt. Das bedeutet Land des Donnerdrachens.

Bhutan ist ein kleines Königreich im Himalaya, dass von seinen großen Nachbarn umschlossen ist, China im Norden und Indien im Süden. Es erstreckt sich von der indischen Tiefebene mit ca. 200 m ü.M. bis zu den schneebedeckten Höhen mit über 7500 m. Das Land ist etwa so groß wie die Schweiz, hat aber nur etwa 750.000 Einwohner. Die Menschen sind sehr aufgeschlossen, gelassen und lachen gerne.

Bhutan hat sich lange von der Außenwelt abgeschottet und konnte so seine einzigartige Kultur bewahren. Erst 1999 wurde Fernsehen und Internet für die Bevölkerung freigeschaltet. Das erste Auto rollte 1962 über die eigens dafür erbaute Straße. Ampeln gibt es bis heute keine. Dafür regeln Polizisten mit würdevollen Armbewegungen und Trillerpfeife den Verkehr an den wenigen staugefährdeten Kreuzungen der Hauptstadt und sogar an manchen Zebrastreifen. Noch heute tragen die meisten Menschen des kleinen Königreichs ihre traditionelle Kleidung, die Frauen die Kira und die Männer den Gho. Ohne diese Tracht darf niemand öffentliche Ämter oder Schulen betreten. Auch in puncto Essen haben Bhutaner einen ganz eigenen Geschmack. Sie lieben Chili, nicht nur als Gewürz, nein, auch als Gemüse. Ihr Nationalgericht ist Ema Datshi, Chilischoten in Käsesoße. Dazu wird roter Reis serviert.

Dzongkha (Dzong = Klosterburg, Kha = Sprache) ist die Landessprache. Daneben gibt es aber etliche regionale Dialekt bzw. Sprachen und nicht jeder Bhutan versteht Dzongkha. Dafür sprechen immer mehr Menschen Englisch, insbesondere die Jungend und die Stadtbevölkerung.

Buddhismus ist Staatsreligion und so prägen Klöster und Mönche in ihren roten Gewändern das Bild. Auch findet man an vielen Orten die blau, weiß, rot, grün und gelb gefärbten Gebetsfahnen. Die Menschen Bhutans sind sehr gläubig. Jung wie alt trifft sich an Klöstern und anderen spirituellen Stätten, um zu beten. Für viele ältere Menschen ist es ein inniger Wunsch nach dem Arbeitsleben für einige Monate oder sogar Jahre ins Kloster zu gehen, um zu meditieren.

Ein weiteres prägendes Element ist die Architektur. Gebäude dürfen nur nach strengen Bauvorschriften errichtet werden. Deshalb sehen die Gebäude recht ähnlich aus, egal welchen Winkel man in Bhutan besucht. Das macht das Land sehr harmonisch. Viele Gebäude sind verziert und bemalt. Auch wenn es dem westlichen Auge manchmal schwerfällt zu glauben, was es sieht, stimmt es. Große Penisse verzieren manche Hauswände. Diese sind allerdings kein Symbol für die Fortpflanzungsfähigkeit des Besitzers, sondern sollen böse Geister und negative Einflüsse abhalten. Außerdem nutzen Bhutaner ihre Häuser oft, um die geliebten Chilis zu trocknen. Auch das ist sehr dekorativ. Besonders imposante Bauwerke sind die Dzongs (Klosterburgen), die sowohl die Administration eines Distrikts beherbergen, wie auch spirituelles Zentrum sind. Auch die meisten Brücken sind im typischen Design Bhutans gehalten und meistens mit Gebetsfahnen geschmückt.

Aber nicht nur die Architektur ist sehr kunstvoll. Das handwerkliche Geschick kann man auch in den Produkten der 13 Kunsthandwerke sehen. Handgeschnitzte Masken werden dekorativ bemalt und auch die Farben und Muster der gewebten Stoffe begeistern.

In letzter Zeit hat sich Bhutan der Welt langsam geöffnet. Touristen dürfen das Land für 250 USD/Tag mit einem Führer bereisen. Die Einführung des Fernsehens und Internets beeinflusst besonders die Jungend und führt zu spürbaren Veränderungen. Durch seinen Ansatz nicht den Wohlstand (Bruttosozialprodukt), sondern das Bruttosozialglück (GNH – Gross National Happiness) zu messen und zu steigern, hat das kleine Königreich in den letzten Jahren auch international Anerkennung gewonnen. Seit 2008 ist Bhutan eine konstitutionelle Monarchie mit einem demokratisch gewählten Parlament. Den Weg in die Demokratie hat der IV. König von Bhutan (Jigme Singye Wangchuck) geebnet. Anschließend ist er freiwillig abgetreten und hat sein Amt mit nicht einmal 60 Jahren an seinen Sohn weitergegeben, dem amtierenden V. König (Jigme Khesar Namgyel Wangchuck).

Ja, das Land des Donnerdrachens ist etwas Besonderes und wird sich hoffentlich seinen speziellen Charme auch noch eine lange Zeit bewahren.